#9 Make or buy?

Über die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens wird der Gründer/GF bei jedem "Ketten-Teil" zur Entscheidung gezwungen: Aufbauen und selber machen oder einkaufen? Im Kern geht es um die Beantwortung folgender Frage:

Will ich in diesem Bereich (Produktion, Marketing, Buchhaltung, Vertrieb, ...) eine Kernkompetenz aufbauen, weiterentwickeln oder erhalten? ➝ Make.

Oder will ich mir jenen Bereich und die damit verbundene Komplexität nicht auch noch ins Haus holen – Womöglich können andere das ohnehin besser, schneller, standardisierter oder günstiger ➝ Buy.

Zwei Praxisbeispiele:

  • Make: Mit einer eigenen Produktentwicklung und Produktion (Maschinen, Qualitätsmanagement, Zertifizierungen, Logistik, etc.) haben wir uns bei Lizza für einen grossen Kostenblock und hohe Komplexität entschieden, zugunsten einer schnellen Neuprodukt-Entwicklung sowie einer hohen Flexibilität in der Auftragsabwicklung (Aktionen, ungeplante Peaks, …). Die eigene Entwicklung, Produktion und Logistik findet sich auch als Priorität in der Gesamtstrategie wieder und reflektiert unsere Ambition, schnell und flexibel auf wandelnde Marktbedürfnisse reagieren zu können und unabhängig von Lieferanten, ihren Prioritäten und Vorlaufzeiten zu sein.

  • Buy: Im Marketing wiederum haben wir uns gegen den Aufbau eines grossen internen Teams und für die Zusammenarbeit mit ausgewählten Freelancern (Fachexperten) entschieden, die über nur zwei inhouse Schlüsselstellen koordiniert werden.

Bei der Gestaltung der Wertschöpfungskette hilft auch die Reflexion über folgende Fragen: Liegt Dein USP eher im Produkt oder verstärkt im Marketing? Was machst Du (entsprechend) selbst, was kaufst Du ein? Wieviel Komplexität kannst (und willst) Du im Unternehmen handeln?

Die Beantwortung und Abwägung dieser Fragen und die damit verbundenen harten Entscheidungen sind mitunter deterministisch für den Unternehmenserfolg. Denn der Anspruch, eine Kernkompetenz in jedem Bereich aufbauen, entwickeln und halten zu wollen ist so naiv wie absurd, schon allein mit Blick auf die damit einhergehende Komplexität.

Darum setze Prioritäten, übe Dich im Nein-Sagen und leg den Fokus bewusst auf die Bewältigung bzw. Entwicklung weniger interner Wertschöpfungsketten-Teile. Viel Mut beim Priorisieren, balancieren und ab und an challengen und verändern.

Buchtipp: Scaling Up von Verne Harnish

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#8 Wir brauchen mehr Leute!